|
 |
Veränderung und Verwandlung
Schlafapnoe aus der Sicht des Lebenspartners
Es ist schon lange nach Mitternacht, und ich kann wieder einmal nicht einschlafen, wie so oft in letzter Zeit. Neben mir im Bett liegt mein Mann und schnarcht. Ich stupse ihn an, er dreht sich auf die Seite und schläft weiter. Kurze Zeit später geht die Schnarcherei wieder los. Es ist zum verrückt werden! Ich ziehe mir die Bettdecke über den Kopf, damit ich nichts mehr hören kann. Gegen Morgen wache ich auf, schweißgebadet und unausgeschlafen. Ich fühle mich, wie so oft in letzter Zeit, nicht wohl. Mir geht es nicht gut, auch meinem Mann geht es nicht gut. Jetzt bekomme ich auch noch Migräne. "Die Migräne hattest du schon lange nicht mehr ", sagt mein Mann, "lege dich doch ein wenig hin ". Ich tat es, kam aber nicht zur Ruhe. Ich dachte über alles Mögliche nach. Was ist bloß los mit uns? Habe ich mich so verändert, oder er? Ich bestimmt nicht. Nein, ihm war es immer schwindelig, er war immer müde, schläfrig, unausgeglichen und aggressiv. Er merkte nicht einmal, dass meine Augen rot waren. Ich hatte, wie so oft, geweint. Der Gute-Nacht-Kuss war selten, und das Kuscheln und Liebhaben hatten wir verlernt. Ja, nach über 40 Ehejahren wird das wohl so sein, dachte ich. Es lässt halt alles nach, oder doch nicht? Braucht er mich überhaupt noch, oder ich ihn? Wir steckten mitten in einer Beziehungskrise und wollten es nicht wahrhaben oder glauben. Dann kam der 23. Oktober 2000, ich hatte eine Sprunggelenks-Fraktur und war 14 Tage im Krankenhaus. Nun war ich dran, ich brauchte Hilfe! Liebevoll wurde ich zu Hause von meinem Mann gepflegt und umsorgt. Das tat gut! Jetzt merkten wir wieder, wie schön es ist, wenn einer für den anderen da ist und ihm hilft. Während meines Aufenthaltes im Krankenhaus wurde bei meinem Mann eine Schlafapnoe festgestellt. Schlafapnoe, was ist das denn? Sicher wieder eine neue Modekrankheit. Ich wusste zu wenig darüber. Zwischenzeitlich habe ich mich über die Krankheit informiert, und ich bin nun etwas schlauer. Ein paar Monate später ging mein Mann für drei Tage in ein Schlaflabor. Als er zurück kam, brachte er ein Gerät mit Maske mit. Ich konnte wieder nicht einschlafen, es war so ein komisches Geräusch im Schlafzimmer. "Stell dich nicht so an, so schlimm ist es doch nicht. An das Geräusch wirst du dich gewöhnen müssen, solange ich noch lebe ", sagte mein Mann. Ich überlegte, soll ich im Gästezimmer schlafen? Nein, ich tat es nicht! Soll er doch dort schlafen mit seinem Gerät. Gemeinsam suchten wir nach einem Weg und fanden ihn. Wir legten eine Styropor-Platte mit Tischmolton unter das Gerät, und siehe, es war leiser. Mein Mann hat die Maske angenommen, hat sich an sie gewöhnt und kommt sehr gut damit zurecht. Auch ich habe mich an das Gerät und das Geräusch im Schlafzimmer gewöhnt. Meinem Mann geht es wieder besser und mir auch. Ich kann wieder lachen und fröhlich sein. Wir müssen noch ein wenig daran arbeiten, dass alles wieder so wird, wie es einmal war, aber ich bin fest davon überzeugt, gemeinsam schaffen wir es. Auch der Herbst des Lebens hat noch goldene Tage, und ich liebe meinen Mann. (Iris Lang aus Freiberg, betroffene Angehörige)
| |
 |